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Das Wasserbett

Ein Wasserbett ist eine Alternative zum normalen Bett mit Matratze, das den Körper während seiner Schlafphase in einen drucklosen Zustand versetzen soll, um das Stützsystem optimal zu regenerieren. Die durchgängige gleichmäßige Unterstützung der Auflagepunkte reduziert die Verengung von Blutgefäßen, wodurch eine bessere Blutzirkulation entsteht. Schmerzen werden durch fehlenden Druck auf einige Körperpunkte verhindert, die einen auf einer herömmlichen Matratze immer wieder in eine andere Lage wälzen lassen. Auf beheizten Wassermatratzen entfällt ie Anwärmung des eigenen Körper beim Einschlafen.

Bei den Naturvölkern existieren seit Jahrtausenden Formen der Wassermatratze. Nomaden füllten zusammengenähte Ziegenhäute mit Wasser und banden sie auf den Rücken der Kamele. Das Wasser war in der Wüste Trinkreserve. Am Tage heizte es sich auf und der "Wassersack" war nachts wärmende Schlafunterlage. (Reisende Zeitgenossen finden Wasserbetten in Hotels und können sie praktisch testen).

Für Kranke wurde das hydrostatische Bett erfunden.

Ende des 19. Jahrhunderts setzte die Medizin eine Art Wassermatratze (eher ein Wasserbecken, umgebaut zur Liegefläche) ein, um Patienten mit starken Verbrennungen zu betten.

In den 1960er Jahren entwickelte sich das Wasserbett für den täglichen Gebrauch.

Neuerdings wird eine andere Variante des Wasserbett, nämlich das Gel-Bett angeboten, welches bessere (Schlaf-)Eigenschaften als das Wasserbett aufweisen soll. Das jedoch weisen Wasserbettenhersteller mit dem Argument der mangelnden Wasserzirkulation im inneren des Gel-Bettes zurück. Ein endgültiger Beweis steht für beide Thesen aus.

An weiteren Entwicklungen sind unter anderem auch Ärzte und Mediziner, wie der österreichische Arzt Dr. Benedict Aigner, beteiligt. Die Entwicklung geht dabei in Richtung eines speziellen Innenlebens aus einem geschäumten Material. So sollen orthopädische Wirksamkeit und druckfreies Liegen vereinbar sein.

Hardside Wasserbetten und Softside Wasserbetten selbst gestalten

Beide Typen werden durch eine Folienheizung, ein Keramikelement oder eine Karbonheizung von unten beheizt. Der entstehende Elektrosmog (kapazitive Feld-Ankoppelung des Körpers) ist auch der meistkritisierte Punkt des Wasserbetts. Er entfällt wohl, wenn man während der Schlafphase die Heizungen vom Stromnetz trennt oder eine als strahlungsarm zertifizierte Heizung wählt. Durch die hohe Wärmekapazität des Wassers kühlt sich der Wasserkern über Nacht nicht merklich ab. Es gibt aber auch Wasserbetten ohne Strom, die mit Isolations-Bezügen von der Wassertemperatur isolieren und ein Wärmen unnötig machen sollen. (S.o.: hier verlängert sich die Einschlafphase bzw. Werbeargument wohl für heiße Tage etc...). Bei Verwendung eines solchen Bezuges entfällt die Temperaturregulierbarkeit. Allerdings kann an einer nicht beheizten Wassermatratze leicht Luftfeuchtigkeit kondensieren und zu gefährlicher Schimmel Bildung führen.

Wasserbetten gibt es in verschiedenen Beruhigungsstufen mit verschiedenen Härtegraden und Nachschwingzeiten. Üblicherweise werden diese dadurch geschaffen, indem man Vlieslagen in die mit Wasser gefüllten Kerne einlegt. Desto mehr integriert werden, desto fester wird die Matratze und desto weniger Nachschwingzeit hat das Wasserbett.

Die Lebensdauer eines hochwertigen Wasserbett liegt bei ca. 10-13 Jahren, variiert aber sehr stark nach gebotener Qualität und Pflege des Wasserbettes. Herkömmliches Wasserbett-Vinyl und Schweißnähte mit Weichmachern nach den zulässigen DIN-Normen hält je nach Qualität 4-12 Jahre. Mittlerweile gibt es sehr hochentwickelte polymere Weichmacher, welche die Dauerelastizität des Vinyls weiter erhöhen und dadurch das Vinyl noch langlebiger und robuster machen. Nähere Details dazu findet man auf der Homepage von Bayer-Chemie unter dem Suchbegriff "Mesamoll 2" oder bei Chemiesparte von BASF.

Ein weiterer Qualitätsfaktor ist bei Softside Betten der Schaumstoffrahmen. Hier haben einige Modelle eine in den Schaum eingelegte Holzverstärkung, die das Ausbeulen des Schaumstoffs (nach einigen Jahren) nach Außen verhindern soll. Andere Modelle wiederum arbeiten mit einem Kunststoff oder speziell gefertigten Schaumgemischen. Auch die Pflege ist ausschlaggebend: Die Wirkung des Pflegemittels wird oft unterschätzt, da er nicht nur Schweißkristalle und Schmutz am Wasserkern entfernt, sondern auch das Vinyl geschmeidig hält: absolut unverzichtbar für eine lange Lebensdauer eines Wasserkerns. Einige Anbieter bieten Schutzbezüge, die keinen Schmutz an den Vinylkern kommen lassen.

Die Matratzenbezüge müssen besonders elastisch sein und trotz niedrigem Volumen gut Feuchtigkeit aufnehmen und schnell wieder abgeben. Zu empfehlen sind ab einer Größe von 180 x 200 cm teilbare Matratzenbezüge, da sie dann sicher in die Haushalts-Waschmaschine passen. Zu empfehlen sind Trockner geeignete Bezüge, damit man sie auch im Herbst und Winter waschen und trocknen kann.

Wassermatratzen verursachen laufende Kosten. Man sollte mit 90 bis 120,-€ pro Jahr für Pflegemittel und Stromverbrauch bei einem Doppelbett rechnen. Dafür genießt man aber auch den unvergleichbaren Komfort eines Wasserbett.


 

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